Versand und Feedback
Grundlagen
Besser werden: Feedback-Schleifen
Im vorherigen Kapitel hat ein Mensch den Entwurf geprüft und freigegeben, möglicherweise nach einer Bearbeitung. Genau diese Bearbeitung ist Gold wert: sie zeigt dem System, wo es gut war und wo nicht.
Die Feedback-Schleife (en: Feedback Loop) erfasst den Unterschied zwischen dem, was das Sprachmodell vorgeschlagen hat, und dem, was der Mensch tatsächlich versendet hat.
Wann Feedback entsteht
Nicht jede freigegebene Email erzeugt einen Feedback-Eintrag. Feedback entsteht nur, wenn der Mensch den Entwurf vor dem Versand bearbeitet hat. Das System vergleicht den ursprünglichen draft_text mit dem approved_text. Sind beide identisch, gab es nichts zu korrigieren und kein Feedback wird gespeichert.
Unterscheiden sie sich, berechnet das System den Diff-Anteil (diff_ratio): ein Wert zwischen 0,0 (identisch) und 1,0 (komplett umgeschrieben). Die Berechnung nutzt die PHP-Funktion similar_text(), die den prozentualen Anteil übereinstimmender Zeichen ermittelt.
Die Arten von Änderungen
Jeder Feedback-Eintrag wird einem Änderungstyp (en: Edit Type) zugeordnet:
- formatting: Nur Formatierung geändert (Absätze, Aufzählungen, Hervorhebungen)
- content: Inhaltliche Korrektur (andere Fakten, andere Aussagen)
- tone: Tonalität angepasst (formeller, freundlicher, kürzer)
- rejected: Der Entwurf wurde komplett verworfen
Wofür das Feedback genutzt wird
Jeder Feedback-Eintrag speichert den Originaltext und den editierten Text vollständig. Das ermöglicht zwei Dinge:
- Prompt-Optimierung: Wenn Entwürfe systematisch in dieselbe Richtung korrigiert werden (etwa immer kürzer, immer formeller), lässt sich der Prompt entsprechend anpassen.
- Qualitätsmessung: Das Erfolgskriterium aus dem Zielbild besagt, dass Entwürfe in weniger als 50% der Fälle substanziell geändert werden sollen. "Substanziell" ist definiert als ein diff_ratio über 0,30. Die Feedback-Tabelle liefert die Zahlen dafür.
Die Feedback-Schleife startet, sobald der erste Mensch einen Entwurf bearbeitet und freigibt. Mit jedem editierten Entwurf wird das Bild klarer: wo ist das Modell gut, und wo braucht es bessere Anweisungen.